Asperger Syndrom
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Das Asperger Syndrom wurde nach Hans Asperger (1906-1980) benannt.
1944 erschien sein Werk über die "autistischen Psychopathien im Kindesalter"[1], in dem er das beschrieb, was später als Asperger Syndrom benannt werden sollte[2]. Diesen Namen erhielt das Syndrom erst durch die englische Psychologin Lorna Wing in den 1980er Jahren.
Bereits 1926 war das Syndrom schon von der russischen Ärztin Grunja Jefimowna Sucharewa beschrieben worden. Sie nannte es die "schizoiden Psychopathien des Kindesalters".
Im Zusammenhang mit dem Asperger Syndrom wird diskutiert, ob dieses unter Anderem auf eine geringere Aktivität der Spiegelneuronen im Gehirn zurückzuführen ist.
Während das Asperger Syndrom in der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu den geläufigen Differentialdiagnosen zählt, widmet man diesem Krankheitsbild in der Erwachsenenpsychiatrie erst in jüngster Zeit besondere Aufmerksamkeit.[3]
Aufgrund der Tatsache, dass das Asperger-Syndrom auch heute noch relativ unbekannt ist, wurden viele heute erwachsene Asperger-Autisten früher nicht diagnostiziert, so dass diese gar nicht wissen, dass sie das Asperger-Syndrom haben und viele andere die Diagnose erst im Erwachsenenalter bekommen. Für die meisten von ihnen ist es eine große Erleichterung, durch die Diagnose nach so vielen Jahren endlich zu erkennen, woher ihre vielen Probleme, besonders im zwischenmenschlichen Bereich, stammen.
Irrtümlicherweise wird das Asperger-Syndrom überall als "leichte Form des Autismus" bezeichnet. Rein medizinisch gesehen ist das zwar korrekt, aber im Alltagsleben können die Probleme eines Asperger-Autisten unverhältnismäßig groß sein, da man ihm die Behinderung in der Regel nicht ansieht und daher von ihnen Normalität erwartet, die er auch unter großen Anstrengungen nicht erlangen kann. Dies übt auf die Betroffenen einen enormen Druck aus und sehr viele von ihnen leiden daher unter einer Sekundärerkrankung, zum Beispiel unter einer Depression.
Das Asperger Syndrom hat den ICD 10-Diagnoseschlüssel F84.5.
Literatur
- Hans Asperger: Die "Autistischen Psychopathen" im Kindesalter In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136
- Tony Attwood: Asperger-Syndrom. Wie Sie und Ihr Kind alle Chancen nutzen. Das erfolgreiche Praxis-Handbuch für Eltern und Therapeuten. 2. Aufl. TRIAS, Stuttgart 2005, ISBN 3-8304-3219-4.
- Axel Brauns: Buntschatten und Fledermäuse. Leben in einer anderen Welt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-09353-1.
- Nicole Schuster: Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing. (M)ein Leben in Extremen. Das Asperger-Syndrom aus der Sicht einer Betroffenen. Weidler, Berlin 2007, ISBN 978-3-89693-483-3
- Daniel Tibi: Wie macht sich das Asperger Syndrom bemerkbar?. Aspergia, Heike Frank, Kiel, erhältlich im Aspergia-Shop
Fundstellen
- ↑ Die "autistischen Psychopathen" im Kindesalter, H. Asperger 1944 (.pdf-Datei, 7.85 MB)
- ↑ "Das Asperger-Syndrom: Eine zu wenig bekannte Störung?" Artikel im "Deutschen Ärzteblatt" 2000, als.pdf-Datei oder als html-Version
- ↑ Roy, Mandy; Dillo, Wolfgang; Emrich, Hinderk M.; Ohlmeier, Martin D.: "Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter", Artikel im "Deutschen Ärzteblatt" 2009, als.pdf-Datei oder als html-Version
